Als ich noch Hemd und Hose an einem Stück trug, hatte ich den ersten Kontakt mit der allerheiligsten (Gitarre) meines großen Bruders Peter...dies beweist zumindest ein schwarz-weiß Foto in unserem Familienalbum mit mir und der Gitarre auf dem Schoß in unserer gemütlichen Stube sitzend. Leider - aus meiner heutigen Sicht – hielt die, auf diesem Foto gezeigte, Euphorie nicht lange an. Ich war zwar in unserem Haus während meiner gesamten Kindheit ständig von Gitarren umgeben (von denen meiner beiden Brüder Bruno und Peter, als auch später von der Gitarre meiner Schwester Heidi), wurde aber leider nie mit dem Gitarrenvirus infiziert.
Mit 7 Jahren durfte ich mich dann an verschiedenen Blasinstrumenten versuchen, die uns Dorfkindern vom damaligen Dirigenten unserer örtlichen Blaskapelle vorgestellt wurden. Damals war für mich dann klar: ich möchte Trompete spielen lernen...und ich war überglücklich, als meine Eltern zustimmten. Nach 4 – 5 Jahren fast täglichem Üben und Lernen der notwendigen Musiktheorie wurde ich in die Jugendkapelle, etwas später dann in die aktive Blaskapelle aufgenommen...ich war mächtig stolz. In den darauf folgenden Jahren durfte ich bei vielen Auftritten in Zelten und Hallen erleben, was es heißt, auf der Bühne zu stehen bzw. zu sitzen. Dieses Gefühl teilte ich mit meinem Bruder Bruno während meiner Jugendjahre sehr oft, da wir zu dieser Zeit gemeinsam in der besagten Blaskapelle spielten, und ich aber auch als Roadie mit seiner damaligen Tanzband Swing Dream unterwegs sein durfte. Meine Gitarrenkenntnisse reichten damals nur soweit, um mit einem Zwei-Akkord-Song, wie Lady in Black von den Uriah Heep, die Mädchen unter der Illerbrücke am Lagerfeuer beeindrucken zu können.
Mit 21 Jahren verließ ich dann die Blasmusik aus verschiedenen persönlichen Gründen. Die Trompete nahm ich später nur noch zum Zusammenspiel in unserer Familiencombo bei Familienfeiern zur Hand. Mit 27 Jahren verließ ich dann unser Heimatdorf Jedesheim, und meine Zwillinge Mariella und Dominik wurden geboren. Um die Musik bzw. das aktive Musizieren wurde es meinerseits nun sehr still...
2009: inzwischen war viel in meinem Leben passiert, beruflich als auch privat...auch einen Krebstumor hatte ich in diesem Jahr überstanden. Nach all den vielen Überlegungen fand ich heraus: mir hat in den vielen Jahren vielleicht etwas gefehlt – die Musik. Ich fragte unseren familieneigenen Gitarren-Guru meinen Bruder Peter, ob er mit mir, für mich, eine Gitarre kaufen fährt – er stimmte sofort zu und wir fuhren nach München. Nachdem wir - eigentlich richtigerweise Peter - im berühmten Folkladen ca. 10 – 15 Gitarren angespielt hatten, entschied ich mich für die Nr. 1 (also die Erstgebaute) einer Eastman AC 720 Westerngitarre. Nachdem mein Bruder Peter auch meiner Bitte nachkam, mein musikalischer Mentor zu sein, infizierte ich mich nach sehr kurzer Zeit des Übens mit dem Gitarrenvirus. Inzwischen bezeichne ich Gitarrespielen als die schönste Sucht dieser Welt, der ich Gott sei Dank verfallen bin – denn ein Leben ist nicht genug für eine Gitarre (jeder Gitarrero weiß, was ich meine).
Nach vielen Monaten des akribischen Gitarrenspiels brachte mir während 2011 Herr Prof. Manfred Capell auch die Grundkenntnisse des Gesangs bei. Im Herbst 2012 waren es mehr als vier Jahre, in denen wir, mein Bruder Peter und ich, wöchentlich übten und spielten, und ich die Liebe zu den Singer- und Songwritern der 60er und 70er Jahre fand. Zu dieser Zeit trat unser Onkel an seine drei Neffen heran und fragte, ob wir nicht im Januar 2013 bei seinem 70-igsten Geburtstag einige Songs zum Besten geben könnten – wir sagten JA und mit unserem dritten Bruder Bruno wurden bei diesem Event die Merk Brothers geboren.