Mit 9 Jahren bekam ich zu Weihnachten meine erste Gitarre. Geformtes Sperrholz mit 6 Stahlsaiten für 50 DM, aber für mich der (Gitarren-) Himmel auf Erden. Nach meinen ersten autodidaktischen Gehversuchen auf der Gitarre durfte ich zur Akkordeonschule. Der Akkordeonlehrer unterrichtete so nebenbei auch Gitarre. Ein, zwei Jahre später konnte ich immerhin seine Akkordeonschüler auf der Gitarre begleiten. Ich hatte den Verdacht, dass mehr Kenntnisse auch nicht vermittelt werden sollten - also beendete ich die Gitarrenschule.
1963 nahm die Beatmusik, wie sie damals landläufig genannt wurde, so richtig Fahrt auf und ich wollte auch so eine elektrische Gitarre, mit der man diese neue Musik machen konnte. Der Traum wurde wegen Geldmangels leider erst 1968 wahr. Für 100 DM erstand ich eine gebrauchte E-Gitarre. Keine Ahnung welche Marke, aber sie war weiß. Auf einem alten Röhrenradio aus der Werkstatt meines Vaters spielte ich die Riffs der gängigen Hitparadentitel nach. Leider ging mein Wunsch in einer Band zu spielen zu dieser Zeit noch nicht in Erfüllung. Und so stellte ich die E-Gitarre wieder in die Ecke.
Als Lösung für meine gitarristische Entwicklung entdeckte ich etwa Ende der 60er Jahre die deutschen Liedermacher und den amerikanischen Folk. Das war (und ist) meine Musik! Bei meinem intensiven Studium dieser Musik fand ich heraus, wie das Fingerpicking grundsätzlich funktioniert und wie man mit 4 Fingern der rechten Hand spielen kann. Ich versuchte alles und habe das meiste nachgespielt. Angefangen von Reinhard Mey, Hannes Wader und Schobert&Black und, und, und... bis über die englischsprachigen Songwriter und Interpreten wie z.B. Bob Dylan, Peter-Paul-&-Mary, Cat Stevens und viele, viele andere mehr. Alles ohne Noten und Internet, nur durch Heraushören der Gitarrenparts. Das war eine anstrengende, aber die beste Schule für das analytische Musik hören.
Mein Bruder Bruno hatte sich inzwischen auch den Gitarrenvirus eingefangen. Als Zweistimmiges Gitarren-Duo haben wir so manche Fete im Tal und hoch droben in den Bergen aufgemischt. Ich glaube es war 1972, da haben wir sogar den regionalen Schlagerwettbewerb mit Don’t think twice von Bob Dylan abgeräumt.
Dann stand die (klassische) Konzertgitarre im Mittelpunkt. Zwischen 1972 – 1979 lernte ich zuerst bei Peter Auras in Ulm und dann bei Prof. Hehl am Leopold-Mozart Konservatorium Augsburg (als Gaststudent!) das konzertante Gitarrespiel, das ich in meinem Kämmerlein bis heute immer noch pflege. Es war und ist eine gute Grundlage für alle möglichen Stilrichtungen auf der Gitarre und hat mich (musikalisch) sehr geprägt.
1983 lockte mich die Bühne. Ich stieg in der Tanzband Swing Dream als Gitarrist ein. Bruno spielte dort bereits als Bassist.
Etwa zeitgleich begann ich, in die Blasmusik zu schnuppern und wurde Tenorhornist bei den Jedesheimer Musikanten. Später Tuba und E-Bass. Das war eigentlich nur als musikalische Horizonterweiterung gedacht – sie dauerte aber dann doch fast auf den Tag genau 30 Jahre.
1986 löste sich Swing Dream auf. Wenig später gründete ich zusammen mit 4 Mädels und 3 Burschen die Gesangsgruppe Mixed Pickles. Wir präsentierten überwiegend Gospels und Folksongs, meist englisch sprachige Stücke, in Form von Acapella-Gesang oder nur mit meiner Gitarrenbegleitung. Viele spezifische Arrangements sind dabei unter meiner Feder entstanden. 2007 legten wir dieses Projekt auf die Seite.
Nach 1986 spielte ich die E-Gitarre bei der Tanzband Memories und danach bis etwa 1994 bei der Coverband Wodan. Das Repertoire war für alle Gelegenheiten, hauptsächlich für Hochzeits- und Faschingsveranstaltungen. Von da an hatte ich genug von der Party-Musik.
Jetzt gab es für mich nur noch die akustische Gitarre, mit der ich wieder in allen Musikrichtungen wilderte. Ab 2009 unterstützte ich als musikalischer Mentor meinen Bruder Thomas. Er wurde in diesem Jahr ebenfalls vom Gitarrenvirus – und zwar heftigst - infiziert. Von da an probten wir jeden Samstag in seinem Wohnzimmer mit beispiellosem Enthusiasmus.
Am 27. Januar 2013 feierte unser Onkel seinen 70ten Geburtstag. Sein Geburtstagswunsch an seine drei Merk-Neffen (Peter, Bruno und Thomas) war ein Ständchen mit unserer Musik, die er von früheren geselligen Abenden schon kannte. Wir probten etwa 15 Stücke ein und präsentierten Sie vor der großen Schar der Geburtstagsgäste. Im Nachhinein betrachtet war das der eigentliche Start für die Merk Brothers. Das offizielle Debüt der Merk Brothers fand im Rahmen der Kulturnacht der Stadt Weißenhorn am 8. Mai 2013 statt.